Die Firmengeschichte

 

Stammhaus FRICLA

 

Die Anfänge der Maschinen- und Werkzeugfabrik FRICLA (ein eingetragenes Warenzeichen), benannt nach den ersten drei Buchstaben des Vor- und Zunamens FRItz CLAussner, lassen sich bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zurück verfolgen zum Vater des Firmengründers Thomas Claussner, geboren 1833.

Fritz Claussner trat in die Fußstapfen seines Vaters und betrieb nach dessen Tod ab 1883 in der Tafelfeldstraße und ab 1890 in der Tunnelstraße eine Werkstatt, aus der die spätere Maschinen- und Werkzeugfabrik entstehen sollte.

Er übernahm ein Jahr später die Kammaschinen- und Kreissägefabrik Christoph Georg Hiller. Der Mechaniker führte diese alte Maschinenfabrik unter seinem Namen in der Seufertstraße weiter und beschäftige dort bereits etwa dreißig Personen.

Mittelgroße Betriebe konnten nun ihre Maschinen über Transmissionsriemen auch an Kraftquellen, wie Dampfmaschinen oder Gasmotoren, anschließen.

 

Bald konnte Fritz Claussner an die Ausweitung seines Betriebes denken. Dazu erwarb er 1904 das Grundstück in der Fürther Straße 322, auf dem er 1907 ein Wohnhaus und ein Fabrikgebäude errichten ließ. Dort beschäftigte die Firma FRICLA damals etwa 60 bis 70 Personen.

 

Das einstöckige Fabrikgebäude, wie auch das Wohngebäude haben den ersten Weltkrieg überstanden. Im Erd- und Obergeschoß des Betriebes befand sich die Maschinenherstellung. Die diversen Maschinen wurden mittels Transmissionsriemen von zwei Dampfmaschinen angetrieben.

 

Im Obergeschoß befanden sich die Büroräume und im ausgebauten Dachgeschoß Ausstellungsräume für die hergestellten Kammfabrikationsmaschinen und Werkzeuge dafür, wie Sägen, Fräser, sowie beheizte Stempel und Prägepressen. Das vierstöckige Vordergebäude diente der Familie als Wohnhaus.

Aus dem kleinen Unternehmen in der Tunnelstraße war nun ein mittelgroßer Betrieb geworden, der nicht nur Maschinen herstellte, sondern auch eigene Patente zur Anmeldung brachte. Diese Expansion des Betriebes sollte bis zur Weltwirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahre dauern. Aus den heute noch vorliegenden Auftragsbüchern dieser Jahre läßt sich ersehen, daß der Betrieb zwischen 1919 und 1926 seinen Auftragsbestand von etwa neunzig Maschinen auf über dreihundert erhöhen konnte. Die damit eingegangene hohe Exportabhängigkeit führte im Gefolge der Weltwirtschaftskrise ab 1928 zu einem drastischen Einbruch in den Auftragsbüchern. Um den Betrieb zu retten gliederte Fritz Claussner die Fertigung nach Fürth aus, die von zwei ehemaligen Mitarbeitern des Betriebs geführt wurden. Von diesem Zeitpunkt an konzentrierte sich die Firma FRICLA auf die technologische Weiterentwicklung der bisher produzierten Maschinen.

Nach dem Tode von Fritz Claussner 1931, dessen beide Söhne im Krieg 1914/1918 gefallen waren, führte der Schwiegersohn die Firma weiter. Die Firma FRICLA überstand den zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet und ab 1953 wurde das Produktionsprogramm von Kammfabrikationsmaschinen, Heißprägepressen und Abrollmaschinen modernisiert, nachdem nun Druckluft und Drehstrom in den Betrieben Einzug hielt.

Es bestand weltweit große Nachfrage nach Kammfabrikationsmaschinen der neuen Generation zur Herstellung gesägter Qualitätskämme aus Plattenmaterial sowie aus homogenem Holz, welches das Haar beim kämmen - im Gegensatz zu Kämmen aus Kunststoff - nur wenig statisch auflädt (weniger Migränegefahr und Haarausfall). Die Firma FRICLA gilt heute noch als einziger Hersteller solcher Maschinen.

Das Fertigungsprogramm unter dem eingetragenen Warenzeichen FRICLA umfaßt ferner seit über 40 Jahren auch Silikonstempel für Heißprägepressen sowie Abrollmaschinen. Dieselben finden in der Rundfunk- und Fernsehindustrie auf technischen Kunststoffteilen, in der Automobilindustrie, bei Haushaltsgeräten und Schreibgeräten, in der Bürsten- und Pinselindustrie und ferner in der Kosmetikindustrie Verwendung.

Von einfachen handbetriebenen Maschinen über halbautomatische Prägepressen und Abrollmaschinen bietet FRICLA eine Palette von Maschinen für den Inlandsmarkt an und exportiert in alle Erdteile.

Quellenwerk: Das Buch 'Nürnberg und seine alten Firmen' (Pro Historica).